Sie waren so gutmütig oder sie hatten so viel überflüssige Zeit, dass sie ihm das egräbnis ausrichteten, die Leichenhalle, den Pfarrer, die Schreiner, die Totengräber und den Wagen bezahlten, der seinen Leichnam vom Armenhaus zum Eriedhof brachte. Sie waren auf eine bestimmte Art seine Zwillingsgeschwis-ter. Zwillinge von unterschiedlichen Müttern, nach Geschlecht und Religion verschieden. Den einzig wirklichen Unterschied machten ihre Namen aus, wenigstens ihre Spitznamen, die sie aus ihren Heimatländern mitgebracht oderhier durch irgendwelche ungewöhnliche Taten erworben hatten. Er jedoch war einfach bekannt als »der, den die Hündinnen nicht ankläffen«. Er wurde als einziger im Hof vor dem Schlafsaal, am Fenster, im Speiseraum, auf der Straße, die zur Stadt führte, Tag und Nacht von den ewig trächtigen, ihre Welpen hütenden und hungrigen Hündinnen der Umgebung nicht angebellt. Vielleicht kannte er die Hundesprache. Der Pfarrer, von zwei improvisierenden Sängern begleitet, sprach seine Seele von den absichtlich oder unabsichtlich begangenen Sünden frei, während er seinen Weihrauehkessel hin und her schwenkte, als wäre er am Säen, danach ein Kreuz in die Luft und über den Kopf des Verblichenen schlug, bevor er den Totengräbern winkte, dass sie den Sarg langsam in die Erde senkten. Die Erde schien plötzlich ganz locker und leicht, sie ließ es sich nicht anmerken, dass sie gleich gierig blieb, egal wen man in ihr begrub. So sagten einige der Anwesenden, die fremde Erde behandelte die Fremden mit einem gewissen Mitleid.
Totengräber gehen nie vor dem ende de films
Der Doktor war merklich gealtert, und das ganze Jahr, das nun sein letztes zu werden schien, hatte er nur noch von seinen Eingeweiden geträumt. Sie sahen aus wie die Gedärme von jemand, der in den Strahl eines Flammenwerfers geraten ist. Dem Doktor schien, sie hätten sich aus lauter Verdruss über den Eigensinn, mit der er an der Ausübung seines Gewerbes festhielt, in Kohle verwandelt. Aber mit dem Nachlassen dieser Sturheit war so schnell nicht zu rechen, obwohl ihm die meisten seiner Kranken in diesem Jahr unter den Händen weggestorben waren. Da der Doktor ein überaus redlicher Mann war, machte ihm die Vorstellung schwer zu schaffen, dass die unter seinen Händen Wegsterbenden den ungenutzten restlichen Teil ihres Lebens womöglich auf ihn übertrugen. Diese besondere Art der Unsterblichkeit war ihm so unerträglich wie jede andere Unsterblichkeit, aber trotzdem hörte er nicht zu praktizieren auf.